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Mar/10

21

REVIEW: Aliens vs Predator

Es war jetzt einige Zeit nichts los auf dem Blog, was hauptsächlich am Prüfungstress lag. Jetzt hab ich aber wieder Zeit und deshalb gibt es nach langer Zeit mal wieder eine Review. Diesmal geht es um Rebellions Aliens vs. Predator, welches am 19. Februar erschien. Ich will auch gleich vorweg sagen, dass ich ein Fan des Franchises bzw. der Franchises bin.

Treffen der Weltraumgiganten

Wie schon aus dem Klassiker von 1999 bekannt ist, welches übrigens ebenfalls von Rebellion entwickelt wurde, treten auch hier wieder alle drei Rassen gegeneinander an. Aliens, Predator und Marines liefern sich dabei eine martialische Schlacht auf BG-386 ab, die es in sich hat. Bei der eher mäßigen Geschichte hat natürlich die Weyland-Yutani Corperation wieder seine Finger im Spiel, denn Karl Bishop Weyland kann es einfach nicht lassen alte Predatorruinen zu entweihen und gefährlich Experimente mit dem Xenomorph durchzuführen. Das Ende vom Lied ist, dass alles ausser Kontrolle gerät, was die Colonial Marines und auch die etwas angepissten Predator auf den Plan ruft.

Möge die Schlacht beginnen

Da man sich das Beste ja bekanntermaßen bis zum Schluss aufhebt, habe ich mir die Marinekampagne als erstes vorgenommen. Ich empfehle aber auch sonst mit dieser Kampagne zu starten, da man so den besten Überblick über die Geschichte erhält. Das Gameplay der Marinekampagne kommt dabei, dem eines normalen Shooter gleich. Der Schwerpunkt liegt eindeutig im Gruselfaktor, der allerdings ab der 2. Spielhälfte deutlich abbaut. Ihr schlüpft in die Rolle eines Marines, der nur als Rookie bezeichnet wird und die ehrenvolle Aufgabe hat allem, was sich ihm in den Weg stellt kräftig in den Hintern zu treten. Dabei greift man auf aus den Filmen bekannte, aber auch neue Waffen zurück. Desweiteren habt ihr stets eine Taschenlampe dabei, die aber eher ein mickrigen Lichtkegel hat und somit fast überflüssig wirkt. Das Wichtigste Hilfsmittel is jedoch der berühmte Motiontracker mit dem ihr Bewegungen orten könnt. Allerdings zeigt er nicht auf welcher Ebene sich der Feind befindet, deshalb sollte man auch ruhig mal an die Decke schauen. Der Motiontracker trägt auch enorm zur Spannung bei.

Die Alienkampagne hab ich als nächstes in Angriff genommen. Es ist mit Abstand die kürzeste von allen Dreien. Hier muss man auch wesentlich taktischer vorgehen, denn ein Frontalangriff endet meist mit dem vorzeitigen ableben. Somit ist man also gezwungen, sich die Gegner Einzeln vorzunehmen. Um sich den Alienalltag etwas zu erleichtern könnt ihr die Lampen in eurer Umgebung zerstören, die Marines dann mit einem Fauchen anlocken und blitzschnell zuschlagen. Die Aliens sehen/riechen nämlich verdammt gut im Dunkeln, was man von den Marines nicht behaupten kann. Apropos blitzschnell: Ein weitere Vorteil der Aliens, ist die enorme Geschwindigkeit. Das Gameplay des Aliens kann man durchaus als gelungen bezeichnen, allerdings sollte man den Oberflächenwechsel auf automatisch stellen. Mit der Sprungtaste könnt ihr direkt an anvisierte Oberflächen springen. Im Nahkampf könnt ihr auf schwere und leichte Attacken zurückgreifen. Leichte Angriffe sind schnell, können aber geblockt werden, bei schweren Attacken verhält es sich genau andersherum.

Schafft man es sich dem Marine von hinten zu Nähern kann man einen brutalen Stealthkill durchführen und hier wird auch das erste mal klar, warum SEGA eine Veröffentlichung in Deutschland ausschloss. Es rollen Köpfe, die Gegner werden mit dem rasiermesserscharfen Schwanz aufgepießt oder auch durch einen Kopfbiss zur Strecke gebracht. Das dabei hektoliterweise Blut fließt, erklärt sich von selbst. Zivilisten können übrigens infiziert werden, was soviel bedeutet, dass ihr sie solange festhaltet, bis einer der berühmten Facehugger sich ihrer angenommen hat.

Erzählerisch hat die Alienkampagne am wenigsten zu bieten. OK, was soll ein ausschließlich auf Töten programmierter Organismus auch für eine Geschichte erzählen? Dennoch hätte man da mehr draus machen können.

Nun zum großen Finale: die Predatorkampagne. Wie schon oben erwähnt sind die Predator nicht sonderlich erfreut darüber, dass die Menschen ihre alte Jagdstätte entweiht haben. Sie fliegen also kurzerhand zum Planeten, um dem ganzen Theater ein Ende zu setzen. Man schlüpft dabei in die Rolle eines Jungblut, welcher sich erst noch bei der Jagd beweisen muss. Das Gameplay des Predators ist eindeutig auf Stealth ausgelegt. Das wichtigste Hilfsmittel dabei ist eure Tarnung und die enorme Sprungkraft, des Predators, die es möglich macht auch meterhoch über dem Boden auf Eure Beute zu warten. Marines können ähnlich wie bei der Alienkampagne weggelockt werden, damit ihr sie euch Einzeln vornnehmen könnt.

Wenn der Predator einem Marine mit einem Stealth- oder Trophykill das Leben aushaucht, sollte nun auch jedem endgültig klar sein, warum das Spiel nicht in Deutschland veröffentlicht wurde. Die Jungs mit den Dreadlocks sind die größten Trophywhores im ganzen Universum, also wird auch mal kurzerhand ein Kopf samt Wirbelsäule entfernt und sogar noch begutachtet. Dies ist nichts für schwache Nerven und Kinder! Diese Finisher nutzen sich mit der Zeit allerdings ab und wirken teilweise fast ein wenig übertrieben.

Für größere Distanzen stehen dem Predator diverse aus den Filmen bekannte Waffen zur Verfügung, wie die Schulterkanone, Wurfdisk oder Kombolanze. Weitere Hilfsmittel sind die Ansichten der Maske. Zum einen habt ihr eine Thermalsicht mit der ihr Marines deutlich sehen könnt. Die Schlangensicht macht die Aliens deutlich sichtbar. Von der Spielzeit her ist die Predatorkampagne etwas kürzer als die der Marines.

Solide Technik

Was die Grafik angeht ist Aliens vs. Predator in der Kategorie guter Durchschnitt anzusiedeln. Während die dunkeln Gänge der Konlonie wirklich gut aussehen und durch die irre Dunkelheit hier auch das fantastische Lighting zum tragen kommt, sehen die Abschnitte im Dschungel eher mau aus. Was definitiv nicht kurz kommt ist die Atmosphäre. Hier merkt man, dass Liebhaber der Filme am Werk waren. Alleine der aus Aliens: Die Rükkehr bekannte Klang der Pulserifle weckt Erinnerungen, ganz zu schweigen vom motiontrackergepiepse. Selbiges gilt für die Sounds der Aliens und Predator. Ebenfalls gelungen sind die Animationen der Aliens, denn Viecher bewegen sich sehr elegant durch die Korridore. Ein weiteres Manko ist allerdings, die eher durchschnittliche KI. Teilweise sehen die Marines einen Predator auf gefühlte 200 Meter Entfernung, aber wenn ein Alien ihren Kameraden nur 10 Meter von ihnen entfernt tötet und sie die Leiche finden, laufen sie gemütlich weiter als wäre nichts gewesen. Ingesamt kann man die Technik als solide bezeichnen.

Das Herzstück

Nun zu dem Teil, der mir persönlich am Besten gefallen hat: der Multiplayer. Hier hat Aliens vs. Predator seinen größten Stärken. Schon die Tatsache, dass man die drei Rassen völlig unterschiedlich spielen muss, macht den Multiplayer taktisch relativ anspruchsvoll. Ist man als Alien auf den Nahkampf und die Dunkelheit angewiesen, so hat man als Marine fast nur eine Chance, wenn man auf Distanz bleibt und seinen Motiontracker im Auge behält. Der Predator hingegen sollte versuchen möglichst weit oben auf Beute zu lauern. Im Nahkampf können genau wie im Singleplayer leichte und schwere Angriffe durchgeführt werden, wenn man nicht vorher von der etwas übermächtigen Wurfdisk des Predators zerlegt wurde. Im Multiplayer sind ebenfalls Stealth- und Trophykills möglich, wobei die Animationen sehr lange dauern, so dass man danach oftmals selber über den Jordan geht. Ingesamt ist der Multiplayer recht gut ausbalanciert. Die Aliens haben einen quasi legalen Wallhack, sind enorm schnell unterwegs und können sich an jeder Oberfläche bewegen. Die Marines haben eine enorme Feuerkraft im petto und können feindliche Bewegungen per Motiontracker orten. Der Predator greift auf seine Tarnung, Sichtmodi, enorme Sprungkraft und tödlichen Waffen zurück. Lediglich die etwas zu übermächtig geratene Wurfdisk, sorgte für den Einen oder Anderen Frustmoment.

Spielmodi gibts es auch genug. Modi wie Deathmatch oder Domination, die heutzutage bei kaum einem Spiel fehlen, stehen genauso zur Verfügung, wie die abgewandelten Team-Deathmatch Varianten Species-Team-Deathmatch und Species-Mix-Team-Deathmatch. Beim Ersteren werden die Rassen streng getrennt und in Teams gepackt. Beim Zweiteren wird alles gut durchgemischt, so dass ihr auch als Marine zusammen mit Aliens und Predators spielen dürft. Die wirklich interessanten Modis sind allerdings Infestation und Predator Hunt. Infestation ist eine besondere Art von Last Man Standing. So starten zunächst nur Marines, 20 Sekunden nach Matchbeginn wird dann ein Marine zufällig zum Alien erwählt und hat nun die Aufgabe, einen weiteren Marine zu infizieren. Gelingt dies, wird der infizierte Marine ebenfalls zum Alien. Dies geht nun solange bis keine Marine mehr übrig oder die Zeit abgelaufen ist. Predator Hunt ist ähnlich angelegt. Es starten eine Horde Marines und nur ein einziger Predator. Der Predator muss nun unter Zeitdruck auf die Jagd gehen. Schafft er es einen Marine zu erwischen, wird die Zeit verlängert. Wird er getötet, wird der dafür verantwortliche Marine zum Predator. Eine wirklich spannende Angelegenheit! Alternativ könnt ihr auch den kooperativen Survivalmodus spielen, bei dem ihr zusammen mit drei weiteren Mitspielern, möglichst lange gegen immer stärker werdende Alienhorden überleben müsst.

Leider muss Aliens vs. Predator auch im Multiplayer ein paar Abstriche hinnehmen. Während das Matchmaking im Freundschaftsspiel einwandfrei funktioniert, kann man dies im Ranglistenmodus leider nicht behaupten. Hier wird auf ein Zufallsprinzip gesetzt, dass nicht besonders gut funktioniert. Ihr könnt lediglich das schnelle Spiel auswählen, so dass Spieler per Zufall zusammengewürfelt werden, was allerdings sehr lange dauert. Weiter darf der Host das Spiel nicht verlassen, sonst wird aktuelle Match sofort beendet und man landet wieder im Menü. Sowas muss heutzutage nicht mehr sein. Hier muss Rebellion dringend nachbessern, zumindest eine Spielliste, wie beim Freundschaftsspiel sollte man hier einbauen. Leider stehen auch bisher nur 8 Maps zur Verfügung, allerdings sollen bald welche per DLC nachgereicht werden.

Fazit

Für Einzelspieler ist Aliens vs. Predator wahrscheinlich nur was für Zwischendurch oder das Sommerloch, da es viel Potenzial liegen lässt. Im Multiplayer sorgt das Spiel für viele Stunden Spaß und wer genug von den aktuellen Military-Shootern hat, sollte unbedingt zugreifen.

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